Obala 46, 51511 Malinska, Hrvatska

Lehrpfad: Schreiten wir in der Vergangenheit unserer Feldarbeiter

Das Gebiet von Dubašnica wurde von Kroaten besiedelt, welche Ende des 6. Jh. oder zu Beginn des 7. Jh. nach Krk kamen.

Das Gebiet von Dubašnica wurde von Kroaten besiedelt, welche Ende des 6. Jh. oder zu Beginn des 7. Jh. nach Krk kamen, als sie auch das benachbarte Festland angesiedelt haben. Die Insel Krk liegt nahe am Festland, sodass ein Übergang nicht schwer war. Dennoch wird dieses Gebiet des westlichen Inselteils durch den damaligen Fürsten von Krk Ivan VII. Frankopan im Zeitraum zwischen dem Jahr 1451 und 1463 nennenswerter besiedelt. Er bringt seine Vetrauenspersonen, Hirten vom Velebit, die Maurowalachen, welche vom Gebiet des heutigen Rumäniens stammen, hierher. Großteils waren diese Flüchtlinge, welche vor der türkischen Gefahr flüchteten, welche zu jener Zeit dem Balkan drohte. Ein Teil dieser Zuwanderer siedelte sich auf breiterem Gebiet an, um die Kirche des Hl. Apolinar. Dies war das Zentrum des heutigen ausgestorbenen Dorfes Dubašnica.

Den Namen erhielt Dubašnica vom Wort dub, der archaischen Bezeichnung für die Eiche, was auch verständlich ist, da es hier zahlreiche Wälder der Flaumeiche (quercus pubescens) gibt. Im Jahr 1480 trennt sich dieses Gebiet, im Sinne der Verwaltung, von Kaštel in Omišalj und formt die eigenständige Komun (Kaštel) Dubašnica.

 

LANDWIRTSCHAFT

Die Einwohner von Dubašnica waren Landwirte und die Landwirtschaft stellte die Grundquelle ihres Einkommens dar. Sie bewirtschafteten kleine Landparzellen, welche sie durch Trockenbauten einzäunten. Aufgrund der Konfiguration des Bodens, wurde die Erde hauptsächlich manuell bearbeitet, aber es wurde auch Werkzeug, spezifisch für diese Gegend, benutzt. Besondere Werkzeuge dieser Gegend sind pikun (Picke – zum Graben wo es Steine gibt), motika (Hacke), mejkača (lange, schmale Hacke von etwa 5 cm Breite, mit welcher Erde mit viel Gestein umgraben wurde), capun (breite Hacke mit scharfer Kante zum Ausgraben von Gräsern und Wurzeln), rankun (Stichel zur Abholzung des Dickichts und schmälerem Gewächs, welche an der Spitze die Form einer Sichel hat), kopanj (flache hölzerne Truhe zum Tragen der Erde) und rogulja (Werkzeug mit zwei scharfen Hörnern zum Umgraben von härterer Erde, welche nicht mit der Haue umgraben werden konnte). Die tiefe Erde wurde mit der Hilfe von Ochsen (Rindvieh) bearbeitet, welche den Pflug und das Mähdrescher ähnliche Gerät, genannt zubatica (diente zum Zerkleinern größerer Erdklumpen) zogen.

In der tiefen Erde wurde hauptsächlich Getreide angepflanzt. Beispielsweise wurde im Jahr 1956 auf einer Fläche von 160 ha Getreide angepflanzt, es wurde vor allem Weizen, Gerste, Mais und Hirse gesät. Besondere Orte waren Tennen in welchen das Korn gedroschen wurde. Jedes zweite Haus hatte seine eigene Tenne, welche hier, in diesem Steingarten, ein wahres wertvolles Werk der Volks-Baukunst war.
Das Getreide wurde in heimischen Mahlsteinen manuell gemahlen, indem das steinerne Rad mithilfe von einem hölzernen Hebel gedreht wurde.

 

OLIVENANBAU

Der Olivenanbau stellte einst den hiesigen Menschen eine große Ertragsquelle dar. Dubašnica hatte im Jahr 1850 etwa zehn Mühlen zum Mahlen von Oliven. Aus ihren Mühlen erhielt es sogar 700 baril Öl (1 baril = 66 Liter). Ein Teil wurde für den eigenen Bedarf genutzt und der Rest wurde auf Segelschiffen nach Triest, Venedig, Chioggia, Bakar und Rijeka exportiert. Auf dem Gebiet der Gemeinde Malinska-Dubašnica wurden, vorwiegend, heimische Olivensorten angebaut, deren Öl von Spitzenqualität ist. Dies sind die Sorten drobnica, plominka (süß), slivnjača, krčka debela und rosulja.

Heute ist der Olivenanbau im Anstieg. Bei der Aufzucht neuer Anpflanzungen werden auch importierte Sorten aus Italien, leccino und pendolino, angepflanzt.

 

 

WEINBAU

Bischof Petar D.Calore (1713-1727) hebt im Jahr 1715 das Reichtum der Insel Krk hervor, indem er diese „Isola d’oro“ (Goldene Insel) nennt, und vor allem auch von Dubašnica aufgrund der Fruchtbarkeit der Erde, sowie des guten und gefragten Weins. Der größte Aufschwung des Weinbaus findet nach dem Ersten Weltkrieg statt. In Dubašnica wächst die einheimische Spalierrebe und die Rebe žlahtina, und man kann auch einige amerikanische Reben finden. Es bestehen Niederschriften, welche anführen, dass in Dubašnica 261.425 Weinreben wuchsen. Der Wein von Dubašnica ist leicht und süffig und war für jede Familie eine regelmäßige Einnahmequelle.

Heute ist der Weinbau vollkommen vernachlässigt und auf dem Gemeindegebiet gibt es nur noch etwa zwei oder drei Weingärten. Nur die Gemeinde Vrbnik, im nordöstlichen Teil der Insel, beschäftigt sich ernsthafter mit dem Weinbau und der Weinherstellung.

 

VIEHZUCHT

Einer der stärksten Zweige der Wirtschaft war die Viehzucht. Es wurden Ochsen (Vieh) gezüchtet, für die Arbeit in der Landwirtschaft. Mit ihnen wurde die Erde bearbeitet, sowie der steinerne Mahlstein (Mühle) zum Mahlen der Oliven gedreht. Sie dienten zum Transport von Frachten in Fuhren, zum Herausziehen von Holz aus dem Wald und Stein für den Hausbau, den Bau von Ställen, Trockenmauern und Stein Anhäufungen, genannt gromača. Neben diesen wurden auch Milchkühe gehalten. Schafe sind die rentabelsten Viecher. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass jede Familie eine „Horde“ an Schafen besaß, welche in den privaten Parzellen weideten. Im Sommer wurden diese zur komun (staatliche Erde) zur gemeinsamen Weide in der Festung gebracht. Die Schafzucht erhielt sich bis heute. In Dubašnica wird, traditionell jedes Jahr, eine Tradition gepflegt, welche mindestens 150 Jahre alt ist. Dies ist – Sensa (Spasovo) bzw. Christi Himmelfahrt. Bei diesem Anlass wetteifern die Jungen – Hirten um den Käse. Der ländliche Vorstand beurteilt das Rennen und vergibt den Preis.

 

 

FISCHFANG

In früheren Zeiten beschäftigten sich mit dem Fischfang ausschließlich die Mönche des Klosters der Hl. Magdalena in Porto. Als die heutigen Einwohner von Porto aus dem Dorf Dvorani zum Leben ans Meer zogen, brachten ihnen die Mönche das Fischen bei. Die Einwohner von Porat und Vantačići haben das Primat beim Fischfang, während sich die Einwohner aus Malinska erst in der neueren Ära damit beschäftigen.

Die Fischer waren in kleinen „Kompanien“ organisiert. Sie begaben sich in kleinen Fischerbooten genannt ladve (aus dem Stamm einer Eiche) aufs Meer hinaus, sie fischten nachts, mithilfe des Lichts. Licht erhielten sie durch das Anzünden von Fichtenholz im Schiffsbug.

Später wurden für diesen Zweck Karbid – und Petroleumkerzen verwendet. Danach kommen Netze und Reusen zur Anwendung.

 

SYMBIOSE MIT DEM STEIN

Auf dieser Erde gibt es viel Stein. Er wurde manuell getrennt und in Trögen zu Haufen getragen. Somit war er in Stein Anhäufungen genannt gromače angehäuft, welche auch heute noch Teil der autochthonen Landschaft sind. Dadurch erhielt man Parzellen reiner fruchtbarer Erde. Bessere und größere Steinstücke wurden im Bauwesen verwendet oder es wurden die Parzellen mit diesen eingezäunt. Auch heute kann man auf jedem Schritt Trockenmauern und sogenannte duplice (Trockenmauern mit zwei Seiten, deren Mitte mit kleineren Steinen ausgefüllt ist) sehen. Es wurden auch mošunje und Treppen gebaut, sowie auch steinerne Häuser und Ställe für das Vieh.

Mošunje sind steinerne Behausungen, welche den Hirten zum Hüten der Schafe und für das Melken dienten. Die Hirten fanden in diesen bei Unwettern Unterschlupf. Treppen waren Teil der Trockenmauern und dienten als Durchgang zwischen zwei Parzellen oder als Eingang zur Parzelle. Dies ist ein enger Durchgang zwischen zwei aufrechten Steinen, in der Breite eines Menschenfußes getrennt, durch welchen die Schafe oder anderes kleines Vieh nicht gelangen konnten.